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Ein Schritt in die richtige Richtung - für mehr Tierschutz
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Die Europäische
Masthuhn-Initiative

Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
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Nach etlichen Jahren ohne größere Tierschutz-Fortschritte für Masthühner haben sich knapp 30 NGOs aus ganz Europa zusammengetan, um – unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – Mindestanforderungen an die Hühnermast zu definieren. Das Ergebnis sind Maßnahmen, die an den gravierendsten Tierschutzproblemen ansetzen.

Unternehmen aus der Lebensmittelwirtschaft, die wichtige Schritte gehen und Standards setzen wollen, unterstützen die Europäische Masthuhn-Initiative und setzen deren Kriterien um. Wer die Unterstützer sind, erfahren Sie unten auf dieser Seite.

Das Problem

Auf extrem schnelle Gewichtszunahme gezüchtet

Infografik Masthuhnentwicklung Infografik Masthuhnentwicklung

Platzmangel & Langeweile

In der heute üblichen Hühnermast leben bis zu 26 Tiere auf einem Quadratmeter. Sie werden in kargen, künstlich beleuchteten Ställen gehalten, in denen es praktisch nichts für sie zu tun gibt, außer zu fressen und zu trinken.

Krankheiten & Verletzungen

Zu den häufigsten Krankheiten und Verletzungen zählen:
  • Knochendeformationen
  • Fußballenentzündungen
  • Hautentzündungen bis hin zur Entstehung von Brustblasen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Erkrankungen der Atemwege
Infografik Masthuhn Erkrankungen

Wir ersparen Ihnen die Bilder. Aber wussten Sie, dass die Häufigkeit von Antibiotika-Therapien in der Hühnermast in Deutschland seit 2016 stetig steigt? Ohne diese Behandlung würden viele Tiere die Mast nicht überleben. Oft verenden bis zu 5 % der Masthühner auch mit Antibiotika-Behandlungen vor dem Schlachttermin.

Kriterien & Zeitrahmen

Die Kriterien der Europäischen Masthuhn-Initiative

Das Ziel der Initiative ist es, die oben genannten Probleme möglichst deutlich zu lindern – vor dem Hintergrund, dass die Preisaufschläge zum gesetzlichen Minimum nicht zu groß sein dürfen.

Standard in DEMasthuhn-Initiative
Platz
bis zu 26 Tiere pro m² (39 kg/m²)bis zu 20 Tiere pro m² (30 kg/m²)
Zucht
stark überzüchtetbegrenzt
Tageslicht
teilweiseja
Sitzstangen
keine2 m pro 1.000 Tiere
Pickmöglichkeiten
keine2 Gegenstände pro 1.000 Tiere
 Standard in DEMasthuhn-Initiative
Platzbis zu 26 Tiere pro m² (39 kg/m²)bis zu 20 Tiere pro m² (30 kg/m²)
Zuchtstark überzüchtetbegrenzt
Tageslichtteilweiseja
Sitzstangenkeine2 m pro 1.000 Tiere
Pickmöglich-
keiten
keine2 Gegenstände pro 1.000 Tiere
 Standard in DEMasthuhn-Initiative
Platzbis zu 26 Tiere
pro m² (39 kg/m²)
bis zu 20 Tiere
pro m² (30 kg/m²)
Zuchtstark überzüchtetbegrenzt
Tageslichtteilweiseja
Sitzstangenkeine2 m pro 1.000 Tiere
Pickmöglichkeitenkeine2 Gegenstände
pro 1.000 Tiere

Darüber hinaus legt die Europäische Masthuhn-Initiative u. a. noch weitere Kriterien fest:

Icon Justiz
Tierschutzrecht: Erfüllung des europäischen Tierschutzrechts unabhängig vom Produktionsland
Icon Stop
Haltungssysteme: Keine Käfige (werden in einigen Ländern eingesetzt)
Icon Küken
Betäubung vor der Schlachtung: Betäubung in kontrollierter Atmosphäre mittels inerter Gase (die Betäubung wird kaum wahrgenommen) oder mehrstufiger CO2-Systeme oder effektive elektrische Betäubung ohne Kopfüberhängen (Kopfüberhängen verursacht viel Stress und führt oft zu Knochenbrüchen)
Icon Lupe
Kontrollen & Berichterstattung: Nachweis der Einhaltung der Standards durch Audits unabhängiger Dritter und jährliche öffentliche Berichterstattung zum Fortschritt der Umsetzung (z. B. anhand dieses Formulars)

Unternehmen, die die Masthuhn-Initiative unterstützen, verpflichten sich, diese Kriterien bis spätestens 2026 umzusetzen. Lesen Sie dazu den gesamten Kriterienkatalog. Dies gilt für 100 % des Hühnerfleischs, das die Unternehmen für den europäischen Markt beziehen.

Durch die besseren Bedingungen sinkt auch der Antibiotikabedarf.

LEH-Unternehmen verpflichten sich, die Kriterien für alle konventionellen, frischen und gefrorenen Eigenmarkenprodukte, die 50 % oder mehr Hähnchenfleisch enthalten, sowie für die konventionelle Ware in den Theken bis 2026 umzusetzen.

Großhandel-Unternehmen verpflichten sich, mindestens ein Produkt in ihrem Sortiment anzubieten, das die Kriterien erfüllt.

Produzenten von Hähnchenfleisch verpflichten sich, bei entsprechender Nachfrage Produkte bereitzustellen, die die Kriterien erfüllen.

Der Zeitrahmen

Die Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen hinter der Europäischen Masthuhn-Initiative haben sich auf die Frist 2026 geeinigt, weil es ihnen darum geht, alle europäischen Länder mitzunehmen. Die meisten Länder in Süd- und Osteuropa liegen in Tierschutzfragen deutlich hinter einigen Ländern aus West- und Nordeuropa. Dementsprechend länger werden Unternehmen dort brauchen, um ihre Tierschutzstandards anzuheben. Besonders ambitionierte Unternehmen verpflichten sich, die Kriterien vor 2026 umzusetzen.

Eine sofortige Umstellung ist allerdings selbst in Ländern wie Deutschland schwierig, denn noch gibt es wenige Angebote am Markt, um die Kriterien der Europäischen Masthuhn-Initiative umzusetzen, wie diese Tabelle zeigt: Vergleich Tierschutz-LabelDeshalb entscheiden sich die meisten Unternehmen dafür, eine Selbstverpflichtung abzugeben, die Kriterien bis zu einem gewissen Jahr komplett zu erfüllen und in der Zwischenzeit schrittweise umzustellen. So senden sie Signale an die Mast- und Schlachtbetriebe, die daraufhin ein Angebot schaffen.

Unterstützer

Diese Unternehmen unterstützen die Europäische Masthuhn-Initiative und werden die Kriterien umsetzen. Klicken Sie auf die Logos, um mehr zu erfahren.

Entwicklung über die Zeit

Hier sehen Sie, wie sich die Zahl der Unterstützer in Europa und Nordamerika bislang entwickelt hat. Masthuhn-Unterstützer

Lieferanten

Diese Unternehmen haben uns mitgeteilt, bereits jetzt oder - in Zusammenarbeit mit ihren Kunden - in naher Zukunft Produkte liefern zu können, welche die Kriterien der Europäischen Masthuhn-Initiative erfüllen.